Philosophie Kunsthandwerk

Ursprünglich als Ganzheit betreten wir das Leben als feste Burg – unser Erbe. Aber schon beginnen sich Angriffe zu formieren. 

Wir werden verletzt durch Schläge der Würdelosigkeit jeglicher Art. Wir sind Prinz und Prinzessin dieser Burg. Durch die Verletzungen aller Art bröckeln die Mauern, werden zu Mosaikteilchen auseinander gerissen, die wie Narben wirken. Falsche Werte entstehen durch Einflüsse von außen. 

Menschliche Werte wie: Rechtes Handeln, Weisheit, Frieden, Liebe, Gewaltlosigkeit, zerfallen. Oft bekommen wir Hilfe. Ein Lehrer oder Lehrendes betritt unser Leben, Dinge wandeln sich. Das Erfahrene wird nicht mehr als ein Unglück, sondern als Geschenk erlebt. 

Das Wasser des Lebens wird gefunden und schließlich findet die Sonne Eingang in den Körper und das Herz des Menschen. Wer in das Wasser des Lebens eintaucht, erfährt Wahrheit. Vom Wasser des Lebens trinken heißt, Ende der Verzauberung der Welt. 

Der Mensch erfährt in der Regel den Beginn des Weges in das Gewahr werden der Seele, durch den Abstieg, evt. durch Leid. Wir arbeiten uns von unten nach oben. Durch erfahrenen Abstieg erleben wir das Un- und Unterbewusstsein. In unserem Seelenleib berührt Demut das Herz. Dies ist ein freiwilliger Vorgang oder ein sogenannter Schicksalsschlag, welcher das Herz aufweicht. Was zählt ist das Bewusstsein des Fallens vom zeitweisen Höhenflug des Lebens. 

Unser Leben ist meist von Aufs und Abs gezeichnet. Der Hunger nach dem König wächst. Vielleicht betreten wir den Garten unseres Seelengewahrseins, erkennen Erdenbewusstsein und geistige Heimat, erleben erneuten Schutz dieses Lebensgartens mit seinen sicheren Mauern des Wissens. 

Wir werden zum Krieger im Kampf gegen das Niedere. Im Garten bauen wir Sehnsucht und Verlangen nach Höherem an. Im Kampf bewegt sich der Krieger im Bereich des Konfliktes. Die anfänglich „Rote Phase“ läutert sich über das „Grün“ des Herzens zum „Blau“ des Geistes. Die einzelnen Wesenszüge des Menschen, vielleicht: König, Krieger, das Wilde in uns, das verletzte Kind, das freie Kind, das Höhere in uns, bauen jetzt die Burg wieder zur Einheit zusammen. Der goldene Turm ragt in den Himmel, die goldene Kugel ist aus dem Brunnen geholt. 

Roland Stickel